FFH-Gebiet "Dinkelberg und Röttler Wald"

Natura 2000-Managementplan
Magere Flachland-Mähwiese (Foto: Luisa Steiner)

Das FFH-Gebiet hat eine Gesamtgröße von 4.658 ha und erstreckt sich in zahlreichen Teilgebieten entlang des Laufes der Kleinen Wiese im Norden bis nach Rheinfelden im Süden und von Kandern im Westen bis nach Wehr im Osten. In den Landkreisen Lörrach und Waldshut gelegen hat das strukturreiche Gebiet Anteil an drei verschiedenen Naturräumen vom Schwarzwald über das Oberrheinische Tiefland hin zum Hochrhein. In Höhenlagen von 300 bis über 900 m ü. NN finden sich ganz unterschiedliche Lebensraumtypen in vielseitiger Ausprägung.
Mit etwa 83 % spielen Waldbestände die zentrale Rolle im FFH-Gebiet. Prägend sind dabei insbesondere die Lebensraumtypen Hainsimsen-Buchenwälder und Waldmeister-Buchenwälder. Besonders wertvoll sind die zum Teil noch vorhandenen Altholzbestände, die ein bedeutsames Refugium für bedrohte Arten darstellen.
Im Offenland spielen die FFH-Mähwiesen mit knapp 250 ha eine wesentliche Rolle. Diese blumenbunten Wiesen liegen überwiegend auf dem aus Muschelkalk bestehenden Dinkelberg, u.a. anderem auf dem Hohe Flum, der wiederum Naturdenkmal 15 Linden (Auf der Hohen Flum) beherbergt.
Mit dem flächenhaften Naturdenkmal Eichener See liegt der einzige temporäre Karstsee Baden-Württembergs innerhalb des FFH-Gebiets. Im See lebt ein kleiner Blattfußkrebs, für dessen Lebenszyklus ein periodisches Austrocknen unabdingbar ist. Im Eichener See befindet sich das einzige innerhalb Deutschlands bekannte Vorkommen dieses Kiemenfüßers.
Das Naturschutzgebiet Buttenberhalde süd-östlich von Lörrach ist das einzige im FFH-Gebiet. In südexponierter Lage findet sich hier extensiv genutztes Grünland neben Feldhecken, Streuobstbeständen und Steinriegeln. Buchenwaldgesellschaften ergänzen das kleinräumige Mosaik im Offenland.
Das Mosaik aus Kulturlandschaft und naturnahen Buchenwäldern bietet hervorragende Bedingungen für verschiedene Fledermausarten. Das Große Mausohr und insbesondere die Bechsteinfledermaus profitieren von den zum Teil noch vorhandenen galerieartigen Buchenwäldern als Jagdhabitat. Sie nutzen zudem den höhlenreichen Altbaumbestand als Wochenstuben und verbringen in den im Gebiet zahlreich auftretenden Höhlen den Winter.
Eine weitere nach FFH-Richtlinie geschützte Art ist die Helm-Azurjungfer (Libelle), die bei Rheinfelden ihr einziges bekanntes Vorkommen im Hochrheingebiet zeigt. Weiter im Norden ist die Kleine Wiese Lebensraum für Groppe und Bachneunauge.
Für den Erhalt des Dohlenkrebses und seiner Lebensstätten trägt das Land Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung, denn die Art kommt innerhalb Deutschlands nur in Südbaden vor. Innerhalb des FFH-Gebiets gibt es Nachweise aus dem Wollbach, und dem Finsterbach, einem Zufluss zur Wehra.
Mit der Erstellung des Managementplans soll das europäische Naturerbe im FFH-Gebiet „Dinkelberg und Röttler Wald“ erhalten und für zukünftige Generationen gesichert werden. Für die erfolgreiche Umsetzung braucht es das Miteinander aller Akteure im Gebiet.
Der Natura 2000-Managementplan (MaP) ist ein behördenverbindlicher Fachplan. Er dient der Verwaltung als Grundlage für die Umsetzung von Natura 2000. Die Planerstellung für den Natura 2000-MaP erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft IFÖ Bad Krozingen & WWL Bad Krozingen, die im Februar 2017 hierfür vom Regierungspräsidium, Abt. 5, Referat 56, beauftragt wurde.

Auftraggeber: 
Regierungspräsidium Freiburg - in Arbeitsgemeinschaft mit IFÖ, Bad Krozingen
Laufzeit: 
seit 2017